Wie können kunstferne Organisationen aus den Bereichen Informationstechnologie, Lagerlogistik und künstliche Intelligenz künstlerische Herangehensweisen kennenlernen und nutzen? In diesem, vom NRW Landesbüro für freie darstellende Künste geförderten Forschungsprojekt, gingen wir 2019 der Frage nach, wie kann Kunst an kunstfernen Orten (in diesem Fall Informationstechnologie, Robotik und Lagerlogistik) wirkungsvoll sein und welche Kontaktflächen können hier entstehen. Wir suchten Experten*innen aus diesen Bereichen auf und führten Interviews zu den Begriffen Wärme, Präsenz und Inspiration. Im Atelierstudio schrieben und zeichneten wir dann hinterher zu dem Gedankenaustausch und entwarfen kleine performative Aktionen.

Uns bewegten Fragen nach den Funktionsweisen und Wirkungen effektiv-effizienter Systemen in diesen, uns sehr fremden Bereichen. Wie funktioniert Effektivität? Wie können effektiv-effiziente Systeme überhaupt beschrieben werden? Dem gegenüber gingen wir den Fragen nach, ob Kunst ein ineffektives System ist und ob eine „künstlerische Effektivität“ beschrieben werden kann? Und wenn ja, wie? Wie kann Kunst in den Systemen des digitalen Wandels und der Lagerlogistik wirken? Warum, und wenn ja wie, sollen Unternehmen der IT und der Lagerlogistik mit uns Künstler*innen kooperieren?

Die Suchbewegung in den Interviews und dann die Filterung in der anschließenden Auswertung des akustischen Materials, ergaben fünf Begriffe, die die Substanz und das Potenzial zeigen, wie (unser) Kunstschaffen mit kunstfernen Arbeitssektoren unserer Gesellschaft ins Gespräch und in den Austausch gebracht werden kann: Wärme, Kontakt, Präsenz, Tempo, Raum.