Jennifer Hoernemann und Walbrodt entwickelten 2010 das Label CommunityArtWorks, künstlerische Prozesse und Interventionen in Kontexten gesellschaftlicher Entwicklung.

Mit CommunityArtWorks arbeiten wir an einem anderem Kunstverständnis und an einem erweiterten Nutzen von Kunst in Gesellschaft. Wir verstehen Kunst hier in erster Linie nicht als Werk, Ausstellung oder Aufführung, sondern vielmehr als einen Prozess von künstlerischem Wahrnehmen, Denken und Handeln – also als einen Gestaltungsprozess. JedeR Einzelne von uns hat Wirkkraft, kann inspirieren, inspiriert werden und Ideen entwickeln. Und wir Künstler*innen können dieses Potenzial unterstützen oder dazu ermutigen und (somit) zu dem nötigen gesellschaftlichen Wandel beitragen. Einem Wandel, der zu einem Miteinander führt, das Kokreation,  Einzigartigkeit und eine lebendige Komplexität gleichermaßen ermöglicht.

In unserer Arbeit recherchieren wir vor Ort und suchen den Kontakt zu den beteiligten Menschen. Wir stellen Fragen, schauen uns vor Ort um, lassen Informationen wirken und stellen weitere Fragen. Dabei folgen wir unserer Intuition und einer Wahrnehmung, die nach Noch-nicht-Sichtbarem sucht und die das Erfahrungswissen vorangegangener Projekte inkludiert. Der Wunsch nach Befreiung von vorgefundener Routine und die Suche nach neuen Haltungen und Perspektiven motivieren uns. Die körperlichen und mentalen Informationen, die wir sammeln, bringen wir anschließend in eine ästhetische Ordnung und in eine Dramaturgie. Mit der so veränderten „Anordnung“ und unserem Ideengefüge gehen wir zurück in die Situation, aus der wir die Recherche gestartet haben und beginnen die Ausgestaltung eines neuen Zeitrahmens und -raumes in Form einer Veranstaltung, eines Projektes oder eines Vorhaben. So entsteht ein Frei-Raum, der zu andersartiger Handhabung von Vertrautem und zu Perspektivenöffnung einlädt und die Beteiligung aller zulässt. Die Entwicklung eines lebendigen, komplexer werdenden Kontaktes mit den beteiligten Menschen ist das begleitende Element in diesem gestalterischen Prozess.

Und hier ein Beitrag zu Kreativität (mit Dank an Antje Hinz):